NAD+
Alternative Bezeichnungen: Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid
NAD+ – Redox-Coenzym und Gegenstand direkter Metabolismusforschung
NAD+ steht für Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid. Es ist die oxidierte Form des Redoxpaares NAD+/NADH und kein Peptid. In enzymatischen Reaktionen kann NAD+ ein Hydrid aufnehmen und zu NADH reduziert werden.
NAD+ dient außerdem als Substrat verschiedener Enzymfamilien, darunter Sirtuine, Poly(ADP-Ribose)-Polymerasen und CD38. Diese endogenen Funktionen sind von der Frage zu trennen, was mit von außen zugeführtem NAD+ geschieht.
Zellulärer NAD+-Umsatz
Eine Isotopen-Tracer-Studie quantifizierte Synthese- und Verbrauchsflüsse in Zelllinien und Mäusen. In den untersuchten Zelllinien wurde NAD überwiegend durch PARPs und Sirtuine verbraucht; die Flüsse unterschieden sich deutlich zwischen Geweben.
Eine weitere Zellstudie zeigte nach DNA-Schädigung eine PARP1-abhängige NAD+-Abnahme und begleitende Änderungen des Energiestoffwechsels. Das beschreibt eine zelluläre Stressantwort, keine Wirkung eines Shop-Produkts.
CD38 in Zell- und Tiermodellen
Arbeiten in Mäusen und Zellmodellen ordnen CD38 als NADase ein. In einer Studie beeinflusste CD38 den altersbezogenen NAD+-Rückgang und mitochondriale Messgrößen in Mäusen.
Eine spätere Primärarbeit verband seneszente Zellen in ihren Modellen mit einer Aktivierung CD38-positiver Makrophagen und einem sinkenden NAD+-Gehalt im Gewebe. Die Ergebnisse stammen nicht aus einer klinischen Prüfung von direkt verabreichtem NAD+.
Direktes NAD+ im kleinen Human-Metabolismus-Pilot
Eine kleine Pilotstudie untersuchte während einer sechsstündigen intravenösen NAD+-Infusion Veränderungen von NAD+ und verwandten Metaboliten in Plasma und Urin. Während der ersten zwei Stunden war im Plasma kein Anstieg von NAD+ oder untersuchten Metaboliten messbar; nach sechs Stunden wurden Veränderungen einzelner Metaboliten und der Urinausscheidung berichtet.
Die Arbeit untersuchte Metabolismus und Ausscheidung. Sie war kein Wirksamkeitsnachweis für Erkrankungen, Leistungsfähigkeit oder Langlebigkeit und liefert kein allgemeines Anwendungsprotokoll.
Grenzen der Übertragbarkeit
NAD+, Nicotinamid-Ribosid und Nicotinamid-Mononukleotid sind unterschiedliche Moleküle. Daten zu Vorläufern dürfen nicht als Daten zu direktem NAD+ ausgegeben werden.
Die Literatur beschreibt die jeweils untersuchten Systeme und Präparate. Sie belegt weder Identität noch Reinheit, Sterilität, Endotoxinfreiheit oder Schwermetallfreiheit einer nicht untersuchten Shop-Charge.
Forschungskontext
Untersuchte Mechanismen – Redoxpaar und enzymatischer Verbrauch
Die folgenden Mechanismen beschreiben die endogene Biochemie von NAD+ und Befunde aus den ausgewählten Modellen. Daraus folgt keine nachgewiesene Wirkung von extern zugeführtem NAD+ im Menschen.
1. NAD+/NADH-Redoxpaar
NAD+ nimmt in Dehydrogenase-Reaktionen ein Hydrid auf und wird zu NADH reduziert. Die Rückoxidation von NADH stellt NAD+ für weitere Reaktionen bereit.
2. Verbrauch durch Sirtuine und PARPs
Sirtuine und PARPs verwenden NAD+ als Substrat. Isotopen-Tracer-Messungen in Zelllinien ordneten beiden Enzymgruppen einen großen Anteil des gemessenen NAD-Verbrauchs zu.
3. Abbau durch CD38
CD38 besitzt NADase-Aktivität. Maus- und Zellarbeiten untersuchten, wie veränderte CD38-Aktivität mit NAD+-Gehalten und mitochondrialen Messgrößen zusammenhing.
4. Direkt zugeführtes NAD+
Der kleine Humanpilot erfasste Plasma- und Urinmetaboliten während einer Infusion. Diese Daten beschreiben die Verarbeitung unter genau diesem Studiendesign und beantworten keine klinische Wirksamkeitsfrage.
Evidenzgrenze
Endogene Funktion, Zellmechanismus und Metabolismusmessung sind keine Belege für einen gesundheitlichen Nutzen und keine Qualitätsprüfung des angebotenen Materials.
Lagerung
Lyophilisiert: Bei −20 °C im Gefrierschrank lagern · Vor direktem Licht und Feuchtigkeit schützen · Im original versiegelten Behälter aufbewahren Nach Rekonstitution: Bei 2–8 °C im Kühlschrank aufbewahren · Wiederholte Einfrier-/Auftauzyklen vermeiden
Referenzen
- Nicht eingeordnet · 2019A Pilot Study Investigating Changes in the Human Plasma and Urine NAD+ Metabolome During a 6 Hour Intravenous Infusion of NADGrant R, Berg J, Mestayer R, Braidy N, Bennett J, Broom S, Watson J. · DOI · PubMedEinordnung der Aussagekraft nicht automatisch bestimmbar — bitte redaktionell prüfen.
- Tierstudie · 2020Senescent cells promote tissue NAD+ decline during ageing via the activation of CD38+ macrophagesCovarrubias AJ, Kale A, Perrone R, Lopez-Dominguez JA, Pisco AO, Kasler HG, Schmidt MS, Heckenbach I, Kwok R, Wiley CD, Wong HS, Gibbs E, Iyer SS, Basisty N, Wu Q, Kim IJ, Silva E, Vitangcol K, Shin KO, Lee YM, Riley R, Ben-Sahra I, Ott M, Schilling B, Scheibye-Knudsen M, Ishihara K, Quake SR, Newman J, Brenner C, Campisi J, Verdin E. · DOI · PubMedTierexperimentelle Studie. Ergebnisse aus dem Tiermodell sind nicht auf den Menschen übertragbar.
- Zellkultur · 2018Quantitative Analysis of NAD Synthesis-Breakdown FluxesLiu L, Su X, Quinn WJ, Hui S, Krukenberg K, Frederick DW, Redpath P, Zhan L, Chellappa K, White E, Migaud M, Mitchison TJ, Baur JA, Rabinowitz JD. · DOI · PubMedZellkultur- bzw. Laborexperiment. Ergebnisse aus dem Reagenzglas lassen keinen Rückschluss auf die Wirkung im lebenden Organismus zu.
- Tierstudie · 2016CD38 Dictates Age-Related NAD Decline and Mitochondrial Dysfunction through an SIRT3-Dependent MechanismCamacho-Pereira J, Tarragó MG, Chini CCS, Nin V, Escande C, Warner GM, Puranik AS, Schoon RA, Reid JM, Galina A, Chini EN. · DOI · PubMedTierexperimentelle Studie. Ergebnisse aus dem Tiermodell sind nicht auf den Menschen übertragbar.
- Zellkultur · 2019NAD+ consumption by PARP1 in response to DNA damage triggers metabolic shift critical for damaged cell survivalMurata MM, Kong X, Moncada E, Chen Y, Imamura H, Wang P, Berns MW, Yokomori K, Digman MA. · DOI · PubMedZellkultur- bzw. Laborexperiment. Ergebnisse aus dem Reagenzglas lassen keinen Rückschluss auf die Wirkung im lebenden Organismus zu.
Die aufgeführten Veröffentlichungen dokumentieren den Stand der Forschung zur jeweiligen Substanz. Sie beschreiben, was in der genannten Untersuchung beobachtet wurde, und sind keine Aussage über die Wirkung oder Eignung eines Produkts.
Die Inhalte dienen der wissenschaftlichen Information und stellen keine medizinische Beratung, Empfehlung oder Anleitung dar. Für mathematische Umrechnungen von Menge, Volumen und Konzentration steht der Peptid-Rechner zur Verfügung.





