BPC-157
Alternative Bezeichnungen: Body Protection Compound 157, PL 14736
BPC-157 — Struktur, präklinische Modelle und Evidenzgrenzen
BPC-157 ist ein synthetisches Pentadecapeptid mit der Sequenz Gly-Glu-Pro-Pro-Pro-Gly-Lys-Pro-Ala-Asp-Asp-Ala-Gly-Leu-Val. In der Literatur wird die Sequenz als Teilfragment eines größeren, im menschlichen Magensaft beschriebenen Proteins bezeichnet. Das untersuchte BPC-157 ist damit nicht mit diesem größeren Ausgangsprotein gleichzusetzen.
Die publizierte Forschung besteht überwiegend aus Zell-, Ex-vivo- und Tierexperimenten. Beobachtungen aus diesen Modellen beschreiben mögliche biologische Signalwege, belegen aber weder eine therapeutische Wirkung beim Menschen noch eine Eigenschaft einer angebotenen Produktcharge.
Sehnenfibroblasten im Zell- und Ex-vivo-Modell
Eine Studie von 2011 untersuchte Explantate und Fibroblasten aus Achillessehnen von Ratten. Unter den Versuchsbedingungen wurden ein stärkeres Auswachsen aus den Explantaten, eine höhere Zellüberlebensrate unter oxidativem Stress sowie mehr Migration und Ausbreitung beobachtet. Die Zellproliferation wurde dagegen nicht direkt erhöht. Parallel stieg die Phosphorylierung von FAK und Paxillin.
Gefäßmodelle und VEGFR2-Signalgebung
Eine Studie von 2017 kombinierte einen Hühnerei-CAM-Assay, kultivierte humane Endothelzellen und ein Ischämiemodell der Rattenhintergliedmaße. Berichtet wurden eine höhere Gefäßdichte beziehungsweise Röhrenbildung, eine schnellere Wiederherstellung des Blutflusses im Rattenmodell und eine erhöhte VEGFR2-Expression. In den Zellversuchen wurde außerdem eine Aktivierung des VEGFR2-Akt-eNOS-Signalwegs gemessen.
Bandheilung im Rattenmodell
In einer Studie von 2010 wurde das mediale Kollateralband von Ratten chirurgisch durchtrennt. Über einen Beobachtungszeitraum von bis zu 90 Tagen berichteten die Forschenden funktionelle, biomechanische, makroskopische und histologische Unterschiede zugunsten der behandelten Gruppen. Das Ergebnis gilt ausschließlich für dieses experimentelle Verletzungsmodell bei Ratten.
Sehr kleiner Human-Pilot zur Verträglichkeit
Eine 2025 publizierte Pilotstudie erfasste Blutwerte, Vitalparameter und berichtete Nebenwirkungen bei lediglich zwei Personen über drei Tage. Beide hatten BPC-157 bereits vor der Studie erhalten; eine Kontrollgruppe gab es nicht. In diesem engen Beobachtungsrahmen wurden keine Veränderungen der erhobenen Parameter und keine Nebenwirkungen berichtet. Zwei vorerfahrene Personen reichen nicht aus, um Wirksamkeit, allgemeine Sicherheit oder seltene Risiken zu beurteilen.
Was sich aus den Daten nicht ableiten lässt
Zellmigration, Gefäßbildung und Heilungsparameter in experimentellen Modellen sind keine nachgewiesenen Wirkungen beim Menschen. Die Studien prüfen zudem keine Reinheit, Identität, Sterilität, Endotoxine oder Schwermetalle einer angebotenen Charge. Solche Eigenschaften können nur aus einem ausdrücklich dieser Charge zugeordneten Laborbericht hervorgehen.
Forschungskontext
In untersuchten Modellen beobachtete Signalwege
Für BPC-157 ist kein einzelnes, beim Menschen bestätigtes molekulares Ziel etabliert. Primärstudien beschreiben vor allem Veränderungen der FAK-Paxillin- und VEGFR2-Akt-eNOS-Signalgebung in experimentellen Systemen.
FAK und Paxillin in Sehnenzellen
In Fibroblasten aus Rattensehnen nahm nach BPC-157-Exposition die Phosphorylierung von FAK und Paxillin dosisabhängig zu, während die Gesamtmenge beider Proteine unverändert blieb. Die Autoren brachten diese Beobachtung mit der ebenfalls gemessenen Zellmigration und -ausbreitung in Verbindung.
VEGFR2-Akt-eNOS in Gefäßmodellen
In kultivierten Endothelzellen wurden eine erhöhte VEGFR2-Expression und -Internalisierung sowie eine zeitabhängige Aktivierung von Akt und eNOS gemessen. Ein Hemmstoff der Endozytose unterdrückte sowohl diese Signale als auch die beobachtete Röhrenbildung. Das stützt einen Zusammenhang innerhalb dieses Zellmodells, beweist aber keinen klinischen Mechanismus.
Grenze der mechanistischen Einordnung
Die Befunde stammen aus Zellen, Gewebeexplantaten, einem Hühnerei-Assay und Rattenmodellen. Sie zeigen Assoziationen unter den jeweiligen Versuchsbedingungen. Ein validierter Rezeptor, eine humane Dosis-Wirkungs-Beziehung und ein klinisch bestätigter Wirkmechanismus lassen sich daraus nicht ableiten.
Lagerung
Lyophilisiert: Bei −20 °C im Gefrierschrank lagern · Vor direktem Licht und Feuchtigkeit schützen · Im original versiegelten Behälter aufbewahren Nach Rekonstitution: Bei 2–8 °C im Kühlschrank aufbewahren · Wiederholte Einfrier-/Auftauzyklen vermeiden
Referenzen
- Tierstudie · Ratte · 2010Pentadecapeptide BPC 157 (PL 14736) improves ligament healing in the ratCerovecki T, Bojanic I, Brcic L, Radic B, Vukoja I, Seiwerth S, Sikiric P. · DOI · PubMedTierexperimentelle Studie. Ergebnisse aus dem Tiermodell sind nicht auf den Menschen übertragbar.
- Tierstudie · Ratte · 2011The promoting effect of pentadecapeptide BPC 157 on tendon healing involves tendon outgrowth, cell survival, and cell migrationChang CH, Tsai WC, Lin MS, Hsu YH, Pang JH. · DOI · PubMedTierexperimentelle Studie. Ergebnisse aus dem Tiermodell sind nicht auf den Menschen übertragbar.
- Studie am Menschen · Mensch · 2025Safety of Intravenous Infusion of BPC157 in Humans: A Pilot StudyLee E, Burgess K. · PubMedStudie am Menschen. Aussagekraft abhängig von Studiendesign, Teilnehmerzahl und untersuchter Population.
- Tierstudie · Ratte · 2017Therapeutic potential of pro-angiogenic BPC157 is associated with VEGFR2 activation and up-regulationHsieh MJ, Liu HT, Wang CN, Huang HY, Lin Y, Ko YS, Wang JS, Chang VH, Pang JS. · DOI · PubMedTierexperimentelle Studie. Ergebnisse aus dem Tiermodell sind nicht auf den Menschen übertragbar.
Die aufgeführten Veröffentlichungen dokumentieren den Stand der Forschung zur jeweiligen Substanz. Sie beschreiben, was in der genannten Untersuchung beobachtet wurde, und sind keine Aussage über die Wirkung oder Eignung eines Produkts.
Die Inhalte dienen der wissenschaftlichen Information und stellen keine medizinische Beratung, Empfehlung oder Anleitung dar. Für mathematische Umrechnungen von Menge, Volumen und Konzentration steht der Peptid-Rechner zur Verfügung.





