Selank
Alternative Bezeichnungen: TP-7, TKPRPGP, Tuftsin-Analogon
Selank – Tuftsin-Analogon, Signalwege und Forschungsstand
Selank wird in den ausgewählten Primärarbeiten als synthetisches Tuftsin-Analogon mit der Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro beschrieben. Das Heptapeptid kombiniert die Tuftsin-Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg mit Pro-Gly-Pro.
Die Evidenz umfasst Genexpressions- und Verhaltensmodelle bei Ratten sowie kleine Humanstudien. Ergebnisse gelten nur für die dort untersuchten Präparate, Populationen, Methoden und Endpunkte; sie belegen keine Eigenschaft einer Peptikon-Charge.
GABA-bezogene Genexpression bei Ratten
Eine Studie untersuchte 84 mit Neurotransmission verbundene Gene im frontalen Kortex von Ratten eine und drei Stunden nach Selank oder GABA. Nach Selank wurden zeitabhängige Veränderungen in einem Teil der Gene beobachtet.
Die Autoren beschrieben eine Korrelation mit den unter GABA gemessenen Expressionsmustern und diskutierten eine mögliche Beteiligung des GABAergen Systems. Gemessen wurde Genexpression, nicht eine direkte klinische Wirkung.
Serotonin und BDNF in spezifischen Rattenmodellen
In einer Studie an 87 Ratten nach Vorbehandlung mit einem Hemmer der Serotoninsynthese wurden kurzfristige Veränderungen des Serotoninstoffwechsels in definierten Hirnregionen untersucht.
Eine weitere Arbeit verwendete ein Langzeit-Ethanolmodell bei Ratten und erfasste Objekterkennung sowie BDNF-Gehalte in Hippocampus und präfrontalem Kortex. Beide Ergebnisse sind modell- und speziesgebunden.
Begrenzte Humanforschung
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Vergleichsstudie von 2008: 62 Personen mit generalisierter Angststörung oder Neurasthenie wurden Selank (30 Personen) oder Medazepam (32 Personen) zugeordnet. Die kleine russischsprachige Studie verwendete einen aktiven Vergleich statt Placebo; die Übertragbarkeit ist entsprechend begrenzt.
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fMRT-Studie von 2020: Bei insgesamt 52 gesunden Teilnehmenden wurden nach Selank, Semax oder Placebo kurzfristige Veränderungen der funktionellen Konnektivität nach 5 und 20 Minuten untersucht. Das sind akute Bildgebungsparameter, keine Behandlungs- oder Langzeitendpunkte.
Was die Forschung nicht belegt
Die ausgewählten Arbeiten erlauben keine allgemeine Aussage zu Nutzen, Sicherheit, Sedierung, Abhängigkeit oder Eignung außerhalb der jeweiligen Studienbedingungen. Sie enthalten auch keinen Nachweis zu Identität, Reinheit, Sterilität, Endotoxinen oder Schwermetallen des hier dokumentierten Materials.
Forschungskontext
Untersuchte Mechanismen – GABA, Serotonin und BDNF
Die mechanistischen Daten stammen überwiegend aus Rattenmodellen. Sie zeigen, welche Genexpressions- und Stoffwechselparameter unter den jeweiligen Versuchsbedingungen verändert waren, nicht wie Selank allgemein beim Menschen wirkt.
1. Aufbau des Heptapeptids
Selank enthält die Tuftsin-Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg und das C-terminale Motiv Pro-Gly-Pro. Die vollständige in den Studien angegebene Sequenz lautet Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro.
2. GABA-bezogene Genexpression
Im frontalen Kortex von Ratten veränderte sich nach Selank die Expression mehrerer Gene, die Neurotransmission betreffen. Die Ähnlichkeit zu einem Teil der unter GABA beobachteten Muster führte zur Hypothese einer GABAergen Beteiligung; ein direkter Rezeptormechanismus wurde damit nicht bewiesen.
3. Serotoninstoffwechsel
Nach pharmakologischer Hemmung der Serotoninsynthese bei Ratten wurde der Serotoninstoffwechsel in Hirnstamm und Neokortex verglichen. Die beobachteten kurzfristigen Änderungen sind an dieses Tiermodell und die Vorbehandlung gebunden.
4. BDNF im Ethanolmodell
Im Langzeit-Ethanolmodell wurden BDNF-Gehalte zusammen mit Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsmaßen erfasst. Diese Studie untersuchte eine besondere experimentelle Belastung bei Ratten und liefert keinen allgemeinen Humanmechanismus.
Grenzen der Übertragbarkeit
Rattenbefunde, eine kleine aktive Vergleichsstudie und kurzfristige fMRT-Signale reichen nicht für allgemeine Aussagen zu klinischer Wirksamkeit, Sicherheit oder Langzeiteffekten.
Lagerung
Lyophilisiert: Bei −20 °C im Gefrierschrank lagern · Vor direktem Licht und Feuchtigkeit schützen · Im original versiegelten Behälter aufbewahren Nach Rekonstitution: Bei 2–8 °C im Kühlschrank aufbewahren · Wiederholte Einfrier-/Auftauzyklen vermeiden
Referenzen
- Studie am Menschen · Mensch · 2020Functional Connectomic Approach to Studying Selank and Semax EffectsPanikratova YR, Lebedeva IS, Sokolov OY, Rumshiskaya AD, Kupriyanov DA, Kost NV, Myasoedov NF. · DOI · PubMedStudie am Menschen. Aussagekraft abhängig von Studiendesign, Teilnehmerzahl und untersuchter Population.
- Tierstudie · Ratte · 2019Selank, Peptide Analogue of Tuftsin, Protects Against Ethanol-Induced Memory Impairment by Regulating of BDNF Content in the Hippocampus and Prefrontal Cortex in RatsKolik LG, Nadorova AV, Antipova TA, Kruglov SV, Kudrin VS, Durnev AD. · DOI · PubMedTierexperimentelle Studie. Ergebnisse aus dem Tiermodell sind nicht auf den Menschen übertragbar.
- Tierstudie · Ratte · 2016Selank Administration Affects the Expression of Some Genes Involved in GABAergic NeurotransmissionVolkova A, Shadrina M, Kolomin T, Andreeva L, Limborska S, Myasoedov N, Slominsky P. · DOI · PubMedTierexperimentelle Studie. Ergebnisse aus dem Tiermodell sind nicht auf den Menschen übertragbar.
- Tierstudie · Ratte · 2009[Comparison of the effects of selank and tuftsin on the metabolism of serotonin in the brain of rats pretreated with PCPA]Semenova TP, kozlovskiĭ II, Zakharova NM, Kozlovskaia MM. · PubMedTierexperimentelle Studie. Ergebnisse aus dem Tiermodell sind nicht auf den Menschen übertragbar.
- Studie am Menschen · Mensch · 2008[Efficacy and possible mechanisms of action of a new peptide anxiolytic selank in the therapy of generalized anxiety disorders and neurasthenia]Zozulia AA, Neznamov GG, Siuniakov TS, Kost NV, Gabaeva MV, Sokolov OIu, Serebriakova EV, Siranchieva OA, Andriushenko AV, Telesheva ES, Siuniakov SA, Smulevich AB, Miasoedov NF, Seredenin SB. · PubMedStudie am Menschen. Aussagekraft abhängig von Studiendesign, Teilnehmerzahl und untersuchter Population.
Die aufgeführten Veröffentlichungen dokumentieren den Stand der Forschung zur jeweiligen Substanz. Sie beschreiben, was in der genannten Untersuchung beobachtet wurde, und sind keine Aussage über die Wirkung oder Eignung eines Produkts.
Die Inhalte dienen der wissenschaftlichen Information und stellen keine medizinische Beratung, Empfehlung oder Anleitung dar. Für mathematische Umrechnungen von Menge, Volumen und Konzentration steht der Peptid-Rechner zur Verfügung.





